Kinderfest – Auszug aus Ägypten

Es ist Samstagmorgen und in wenigen Stunden beginnt das Kinderfest. Wir sind immer noch dabei die letzten Vorkehrungen zu treffen – ob das Fest den Kindern gefallen wird?Es müssen noch „falsche & richtige 10 Gebote“ vorbereitet werden, welche die Kinder während der “ Wüstenwanderung“ spielerisch aussortieren und in die richtige Reihenfolge bringen sollen. „Verbringe genügend Zeit mit deiner Familie!“ oder „Verschmutze die Natur nicht und achte die Tierwelt!“ Diese Gebote gehörten zu der Kategorie: „Keins der 10 Gebote“, doch trotzdem sollten sie den Kindern hängen bleiben.

Dann galt es noch, das Rote Meer zu kreieren. Dieses wurde als blaue Plane am Samstag Vormittag noch über die Brücke eines Wanderwegs gehängt. Aber bis die Kinder da ankommen sollten, waren es noch ein paar Stunden hin und wir waren gespannt ob es das Rote Meer dann noch gibt.

Im Kindergottesdienst wurde dann die Geschichte der Israeliten nachgespielt. Waldemar Dück spielte Mose und die Kids staunten nicht schlecht. Gemeinsam wurde ein Holzrahmen mit roter Farbe gestrichen, was das erste Passahfest darstellen sollte.

Die kleinen Israeliten bekamen passend dazu noch einen Snack und dann ging es los. Die Wüstenwanderung begann.

Das Rote Meer war die erste Station…. und was fanden wir vor? Unser Rotes Meer war verschwunden! Fein säuberlich aufgeräumt und von der blauen Plane war weit und breit nichts zu sehen.

Was nun? Mose lässt sich nicht aufhalten, sondern ruft umso lauter: „Los! Seht doch, das Meer teilt sich, wir müssen schnell durch!“ Es läuft super: Begeistert laufen die Kinder durch das imaginäre Rote Meer.

Doch langsam wurden auch die Kids müde und das „Manna“ ließ auch nicht lange auf sich warten. Das Popcorn 🍿 war eine gelungene „Manna“ Überraschung.

Der weitere Plan war, als letzte Station die Aufmüpfigkeit der Israeliten nachzuspielen und so stachelte Aaron in spe die Kids an:  „Hey, wo bleibt denn unser Mose? Will er gar nicht mehr vom Berg herunter kommen? Kommt wir bauen uns eine goldene Hütte!“ Etwas verwirrt machten alle mit. Äste und Zweige wurden zu einem großen Haufen gestapelt und mit einer goldnen Rettungsfolie überdeckt.

Dann kam Mose mit den zwei Steintafeln in Form von Fliesen wieder und warf sie, gemäß der Geschichte, auf den Boden, doch die Fliesen waren wirklich hochwertig und brauchten einen zweiten Anlauf um wirklich zu zerbrechen 😀.

Zu guter Letzt kamen wir dann auch ins „gelobte Land“, den Spielplatz. Es wurde gegrillt und die Kids waren scheinbar doch nicht so müde, sie tobten sich noch einmal so richtig aus.

Dieser Tag mit seinen Vorbereitungen hat uns noch einmal so richtig vor Augen gestellt, das wir kein Stück besser sind als das Volk Israel.

Damals, im Kindergottesdienst, habe ich immer gedacht, warum die Israeliten denn immer so viel gestöhnt haben. Immer passte ihnen etwas nicht. Ich dachte, Gott hat sich ihnen in so vielen Wundern gezeigt und doch haben sie ihn immer vergessen und ihm nicht vetraut.

Und bei uns? Selbst bei den Vorbereitungen kam bei dem einen oder anderen schon sehr viel Stöhnen auf.

Aber was viel wichtiger ist: Wie sieht denn meine Beziehung zu Gott aus?! Wieder einmal musste ich feststellen, dass ich auch ein „Israelit“ bin. Ich lebe vor mich hin und vergesse oft mit Gott zu reden oder ihm zu danken. Gott hat die Israeliten von den Ägyptern befreit. Und uns? Uns hat Gott vom Tod befreit! Das ist mehr als Grund genug Gott zu loben und zu danken!

Wir wollten den Kindern etwas beibringen, durch die ganzen Aktionen, und uns hat es wahrscheinlich sehr viel mehr gebracht.

Ich bin immer wieder überrascht wie Gott mich lernen lässt 😊.

 

Jutta D.